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Montags-Mantra: Ist es not-wendig?

STEINHERZOft streiten wir um Nichtigkeiten. Mit anderen, mit den Kindern. Aber wie erkennen wir das? Meine Mama hat mir dafür ein perfektes Mantra beigebracht – für alle Situationen von der Erziehung bis zur Atlantik—Überquerung.

 

Frische Unterhose anziehen! Haare kämmen! Hausaufgaben machen! Nein, mit DEM Pulli gehst du nicht zum Schulgottesdienst! 

Lange war ich der Ansicht, dass bestimmte Dinge unverrückbar wichtig seien.

Und oft waren die Kinder völlig anderer Meinung. Doch, GENAU DER Pulli. Und dann stritten wir.

Wenn meine Mama in der Nähe war, hielt sie mich in meiner “Es muss aber”-ei kurz an, schaute mich liebevoll an und fragte ernst: “Nicola, ist das notwendig? Sprich: Wendet es eine Not, welchen Pulli das Kind heute trägt?”

Ich gebe zu: In 99% der Fälle diskutierte ich über Dinge, die keine “Not wendeten”. Für mich schien es in diesem Moment lebenswichtig. Manchmal wurden die banalsten Dinge so wichtig, als gäbe es kein Morgen. Ich führte mich auf, als würden wir auf hoher See darüber diskutieren, ob wir zuerst Kuchen essen oder zuerst das 2m große Leck im Vorschiff reparieren. Dabei ging es nur um den blöden Pulli. Oder die frischen Socken.

Wenn ihr das nächste Mal auf etwas besteht und es zu Streit kommt, fragt euch: Ist es not-wendig? Wendet es eine Not? Geht die Welt jetzt unter, wenn die verknatzte Vierjährige ihren Teller nicht in die Spülmaschine räumt oder darf jeder mal einen schlechten Tag haben und wir sind einfach mal ein Vorbild in Nachsicht und Güte (Studien zeigen: Nachsichtige Mütter haben sozial kompetentere Kinder).

Wendet es eine Not, was ich gerade verlange oder bin ich einfach nur dem – sehr deutschen – Erziehungsirrtum erlegen, dass alles, was wir einmal “durchgehen” lassen, all unsere Bemühungen komplett versaut? Und dann entscheidet von dieser Warte aus.

Das heißt nicht, dass wir immer den Tisch alleine abräumen. Und dass hier nie einer frische Socken anhat. Aber es heißt, dass wir unsere Anforderungen auch der Tagesform unserer Kinder anpassen dürfen: Gute Tagesform – frische Socken; schlechte Tagesform – zieh von mir aus halt die Liebingssocken von gestern nochmal an.

Außer natürlich, wenn wir mitten auf dem Atlantik sind. Dann flicken wir zuerst das Leck!

Montags-Mantra: Streiten ohne sich festzufahren – Sieh drei Seiten!

Eine chinesische Weisheit besagt: Es gibt an jedem Ding drei Seiten. Eine die Du siehst, eine die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen.

Das hilft ungemein, Meinungsverschiedenheiten zu ertragen und friedlich auszutragen. Es macht die Sache auch viel weniger konfrontativ als wenn ich nur sage: „Du siehst es so und ich sehe es so.“ Wenn ich mir sage: Okay, ich sehe es so, du siehst es so und wahrscheinlich gibt es noch eine Sichtweise und ein Argument, das wir beide gar nicht im Kopf haben, wird mir die Relativität des Daseins bewusst.

Das ist besonders schön mit Kindern: „Du willst jetzt noch Schokolade. Ich sage: Deine Zähne sind schon geputzt. Du sagst: Morgen putzt du ja eh wieder. Und sicher hat Jesper Juul auch noch eine interessante Meinung dazu, etwa: Therapeuten sind teurer als Zahnärzte, aber Rituale sind wichtig.“

Was also tun? Sich entspannen. Anerkennen, dass auch wir Eltern nicht alles wissen. Man kann es ja mal ausprobieren. Mal sehen, ob die Zähne – oder das Ritual – sofort kaputt gehen, wenn wir heute Abend Schokolade essen. Oder ob gar nichts Schlimmes passiert. Das Leben hat so oft noch seine ganz eigenen Ideen, darauf ist Verlass.

Montags-Mantra: Dreh es mal um!

imag1896-web_65213_by-der_patrick_piqs_deDreh es mal um!

Wie oft ärgern wir uns – lautstark oder insgeheim – über unsere Mitmenschen: Die Frau an der Kasse hätte auch freundlicher sein können. Die Nachbarin redet immer so oberflächlich. Sabine könnte ruhig mal wieder anrufen.

Mit solchen Gedanken können wir uns den schönsten Sonnentag schlecht reden.

Das Komische ist: Das menschliche Gehirn bemerkt die negativen Dinge viel eher als die positiven. Vielleicht war das mal ein Überlebensmechanismus: „Puh, die Braunbären sind ganz schön aggressiv dieses Jahr vor dem Winterschlaf, lasst uns lieber woanders Nüsse sammeln gehen.“

Wenn das allerdings überhand nimmt, wird es zur Belastung. Negative Gedanken strengen uns viel mehr an als positive und ziehen unseren gesamten Organismus in Mitleidenschaft.

Daher mein Mantra für Tage, an denen alles doof ist:

Drehe es mal um! Hätte ich zu der Frau an der Kasse freundlicher sein können? Könnte ich der Nachbarin mal erzählen, was mich wirklich bewegt? Oder Sabine einfach mal anrufen? Hocke ich ein einem engen, stickigen Flugzeug heraus oder war ich der Sonne selten so nah wie jetzt?

Der Effekt: Ich übernehme Selbstverantwortung (ein herrliches Gefühl, die Endorphine beginnen sofort zu tanzen) und verändere etwas, indem ich mich verändere (und sie tanzen, und tanzen und tanzen!). Sofort geht es mir und meinem Gehirn deutlich besser!

Montags-Mantra: Plane die Pause

Die Woche geht wieder los, die Uhr tickt, die Aufgaben drängen. Genau der richtige Moment, um die Pausen zu planen. Pausen zwischen den Welten, Pausen zwischen zwei Aufgaben, Pausen für Übergänge. Für die Kinder. Aber genauso wichtig: Für uns!!

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Von zu Hause zur Kita, von Oma zu Papa, von Mama zum Babysitter – Übergänge sind oft mit Streit, „Trödeln“, Weinen und Verweigerung behaftet. Wir Eltern haben viele Strategien, was man tun kann.

Aber mal ehrlich: wie ist es mit uns Erwachsenen? Können wir einfach so von einem zum anderen wechseln? Hin und Her und immer sofort wie auf Knopfdruck in einem anderen Modus funktionieren?

Von der Arbeit raus, ins Auto, durch den Stau, in die Kita hetzen bevor sie zumacht und uns dann problemlos dem gemütlichen Tempo der Kinder anpassen, obwohl wir noch einkaufen müssen?

Viele berufstätige Eltern berichten, dass sie nach einem Arbeitstag eine halbe Stunde brauchen, um wieder zu Hause „anzukommen“, bevor sie sich der „Familienarbeit“ widmen können.

Meine eigene, wundervolle Mutter hat immer ihren „Pause-Puffer“ gehabt, in der sie nach Hause kam, 10 Minuten, in denen sie ihre Sachen wegräumte, einen Kaffee trank, kurz durch die Zeitung schaute und danach konnte sie entspannt meinem Schwall an aufregenden Erzählungen zu den Tagesereignissen folgen.

Mit Babys und kleinen Kindern sind solche Abmachungen schwierig. Aber auch hier gibt es Lösungen:

Wenn Mama oder Papa da sind, sollten sie auch wirklich „da“ sein. Wir müssen unseren Puffer also anders einplanen: Geht noch einmal um den Block, bevor ihr beim Kind ankommt. Tanzt zu einem wilden Lied, bevor ihr das Büro verlasst. Quetscht in die Pause zwischen Arbeit und Familie nicht noch Post, Bank und Einkauf, sondern lieber 10 Minuten Ruhe auf einer Wiese im Park.

Diese Minuten sind Gold wert. Sie stärken das Herz – und damit eure Beziehung, eure Lieben, euch, eure Kinder und das ganze Leben.

Einen schönen Montag für alle!

Montags-Mantra: "Sei still!" – Die Mecker-Spirale unterbrechen

Kennt ihr das? An manchen Tagen stört mich die Fliege an der Wand. Für die Kinder ein Dauer-Stress-Zustand. Mein Mantra, um mit der „Mecker-Spirale“ wieder aufzuhören.

fliege2-web_193827_by-ilagam_piqs_deEs gibt Tage, da fängt es schon morgens an: Der Große räumt seinen Frühstücksteller nicht weg, die Kleine schmeißt ihre Klamotten überall herum, sie zanken sich, wer zuerst auf Toilette darf – wir haben in unserer Wohnung zwei Toiletten, aber der Architekt hat nicht dran gedacht, dass sie um des lieben Familienfriedens willen bitte GENAU identisch zu sein haben und daher gibt es natürlich ein „gutes“ Bad und ein „nicht so gutes“ Gästebad ;D. Wenn es mir gut geht, denke ich an die !Kung und ihren Ausspruch: „Kinder haben keinen Verstand“ und sage mir, dass es mit meinen klugen, kooperativen, wundervollen Kindern eigentlich gut getroffen habe. Aber an Mecker-Tagen nervt mich das alles einfach nur.

Und dann hört man mich: „Räum bitte deinen Teller weg, warum muss ich Dich jeden Morgen daran erinnern? Nein, die Klamotten nicht auf den Boden, sondern in den Wäschkorb bitte. Ja, der steht seit zwei Jahren im Schlafzimmer, da steht er immer noch. Verflixt noch eines, müsst ihr um die Toilette streiten? Wir haben doch zwei!?“

Wenn der Tag so anfängt, kann das gut und gerne den Rest des Tages oder sogar Wochenendes so genervt weitergehen. Plötzlich regt mich alles auf, ich sehe überall Fehler und Nachlässigkeit, reagiere auf jede Kleinigkeit genervt, habe selbst einen schrecklichen Ton am Leib und die Kinder – dankenswerterweise – spiegeln das ungefiltert, reden sich gegenseitig auch im genervten Ton an, fangen an zu petzen „Er hat aber zuerst…!“, was sie sonst nie tun und es wird und wird nicht mehr besser.

Wie kommt man da heraus?

Ich habe für solche Momente ein Mantra, das bei uns sehr gut funktioniert, es heißt: „Einfach mal die Klappe halten“ oder netter „Sei still!“

Es gilt nur für mich, nicht für die Kinder.

Es geht so: Ich meckere mich durch den Vormittag und beim Mittagessen merke ich, dass ich den Tag so nicht weitermachen will.

Ich informiere die Kinder: „Ich will so nicht weitermachen. Ich kann mich selbst schon nicht mehr hören, ihr streitet auch nur noch, so macht mir das keinen Spass. Ich will aber, dass das hier Spass macht! Also werde ich jetzt mal einen Moment still sein.“ Und das mache ich dann.

Ich kommuniziere nur noch mit Gesten und Mimik, mit Handzeichen oder eben gar nicht. Das wirkt Wunder! Erstens kann ich dann ja gar nicht weiter meckern. Zweitens kann ich mich nicht mehr so aufregen, sondern muss mich auf „Ja“ „Nein“ „Dort“ und „dies“ beschränken. Sofort scheint sich in meinem Gehirn irgendetwas zu entspannen. Als würde das aufgeregte „Mecker-Zentrum“ wieder zur Ruhe kommen. Außerdem ist es für die Kinder sehr amüsant, wenn Mama mit Händen und Füßen erklärt, dass mal kurz jemand zu Oma rübergehen und einen Topf holen soll ;).

Manchmal machen sie sogar mit, sie versuchen mir zu helfen, dass ich mich verständlich machen kann und sind selbst wieder viel kooperativer, weil es wie ein lustiges Spiel ist.

Wenn mein Kopf sich entspannt hat und ich mich auch, dann rede ich wieder – oder wenn ich etwas wirklich nicht mit Zeichen erklären kann, und dann lachen wir alle und schwups geht der Tag viel besser weiter! Kennt das jemand? Schonmal jemand ausprobiert?

🙂
Ich wünsche allen einen guten, meckerfreien Montag!

Eure Nic

Montags-Mantra: Ich kriege, was ich will!

Wenn Du haben willst, was du nie gehabt hast, musst Du tun, was du nie getan hast? Ja, aber erst musst Du wagen zu träumen, was du nie geträumt hast.jettyboat-web_190672_by-magann_piqs_deDas Leben hilft uns immer zu bekommen, was wir wollen. Es braucht nur klare Anweisungen. Aber Vorsicht: Wenn wir nicht aufpassen, plant jemand „anders“ für uns.

Eine „Vision“ oder einen „Lebensplan“ zu haben, ist für manche Menschen selbstverständlich. Sie haben das einfach. Für andere ist es etwas, das sie sich mit Büchern und Seminaren aneignen – einfach oder mühsam. Für wieder andere ist es etwas fremdes und eigenartiges, das sie entweder argwöhnisch beäugen und schlicht ablehnen.

Das Lustige daran ist: Dem Leben ist es völlig gleichgültig, wie wir zu Plänen stehen. Es liefert uns das, was wir bestellen. Punkt. Wenn wir nicht aktiv und bewusst etwas wollen, dann liefert es uns das, was wir unbewusst wollen. Denn wenn wir nicht visionieren, dann macht unser Unterbewusstsein das – und das ist nicht immer das Ergebnis, das wir haben wollen.

Das heißt: Wenn Du im Leben nicht kriegst, was du willst, musst Du die Führung übernehmen. Deine eigenen Bilder schaffen, deine eigenen Pläne machen! Hinzunehmen, was halt so passiert, klappt nur, wenn dein Unterbewusstsein mit Dir am gleichen Strang zieht. Menschen, die davon ausgehen, dass sie glücklich, zufrieden, erfolgreich und satt sind, werden sich immer wie von selbst in diese Richtung bewegen. Menschen, die gelernt haben, dass sie nichts wert sind, dass Glück nicht möglich ist oder hart erarbeitet werden muss, werden sich ebenfalls ein Leben schaffen, das genau so gestrickt ist. Nicht, weil es nicht anders geht, sondern weil sie das innere Bild haben, das es so sein muss.

Innere Bilder aber können wir ändern.

Wenn ich glaube, dass ich hart arbeiten muss, dass man nehmen muss, was man kriegt, dass unsereins sowieso keine Chance hat und dass „erst die Arbeit dann das Vergnügen“ kommt, dann wird das so sein. Dann wird das Leben mir noch so viele tolle Optionen bieten können, ich werde sie nicht sehen. Schönes Beispiel dafür, wie das funktioniert: Die meisten von uns sehen nur 10% aller Tiere im Wald – obwohl sie direkt vor unserer Nase sind. Weil wir nur sehen, was wir kennen, was wir erwarten und was wir im Kopf haben.

Aber wenn ich davon ausgehe, fest davon ausgehe, dass ich eines Tages ein eigenes Haus haben/ im Warmen wohnen / mein eigene Firma haben / einen sinnvollen Job machen werde, dann wird das so sein. Weil mein Such-Radar anders eingestellt ist. Weil ich andere Situationen schaffe, in denen sowas passieren kann. Und ja: Weil das Leben mir die richtigen Optionen bietet. Aber dazu brauche ich das Bild davon in meinem Kopf und in meinem Herzen (und wer ganz sicher gehen will: auf Papier)!

Wenn ihr kriegen wollt, was ihr wollt – und nicht nur was ihr sollt – dann macht eure eigenen Pläne. Baut in eurem Kopf ein Bild davon, wie es sein soll. So konkret wie möglich. Und dann lasst das Leben eigene Ideen haben.

Wenn Du haben willst, was du nie gehabt hast, musst Du tun, was du nie getan hast? Ja, aber erst musst Du wagen zu denken und zu träumen, was du nie geträumt hast.

In diesem Sinne – eine wunderbare Woche!

Eure Nic

(Danke für die Inspiration, L.S.!)

Montags-Mantra: Ich darf das! – 10 unkorrekte Dinge, die ich mir erlaube, seit ich Mutter bin

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Was dürft ihr? Seit ich Mutter bin, erlaube ich mir die eine oder andere, schreckliche Unkorrektheit. Politisch unkorrekt. Ökologisch unkorrekt. Sonstwie unkorrekt. Anders gehts manchmal einfach nicht…

1. Ich darf abends eine halb volle Spülmaschine anwerfen! Jawoll! Klar ist das zuviel Wasserverbrauch! Mir doch egal, mir ist wichtig, dass Morgen früh die Lieblings-Müsli-Schüsseln der Kinder wieder startklar sind. Mein echter Wasserverbrauch liegt bei über 120 Litern, mein „virtueller“ Wasserverbrauch angeblich bei 3900 Litern – da kommt es auf die 10 Liter jetzt auch nicht mehr an…

2. Ich darf eine halb leere Waschmaschine anwerfen! Auch das! Weil wir morgen die Jeans brauchen. Nein, wir haben kein Halb-Voll-Programm…

3. Ich darf morgens um 11:30 zurück ins Bett gehen und 30 Minuten schlafen bis der Große von der Schule kommt (mein Tag ist da ja auch immerhin schon 5,5 Arbeitsstunden alt, die Nacht nicht eingerechnet…)

4. Ich darf Glasflaschen in den Hausmüll werfen, weil der Weg zum Glascontainer diese Woche einfach nicht in den Plan passt. Und wenn ich zum Glascontainer gehe, darf ich die Deckel dran lassen – das übrigens höchst offiziell!

5. Ich darf Kaffee trinken Früher hatte ich die eiserne Regel, dass ein Körper, der müde ist, Schlaf braucht und ihn zu kriegen hat. Heute denke ich das Gleiche, aber wenn ich müde bin, bin ich nicht die Mutter, die ich gerne sein möchte, also: Kaffee.

6. Ich darf mir beim Telefonieren heimlich schnell die Nägel feilen. (Kein Kommentar ;))

7. Ich darf meine Einkäufe online bestellen – zur Not auch bei Rewe oder Amazon!Der Einzelhandel! Regional! Wohnortnah! Verpackungsfrei! – machen wir alles. Wenn es geht. Aber bevor wir Tiefkühlpizza essen oder es kein Geburtstagsgeschenk gibt, muss der Lieferservice ran.

8. Ich darf Tiefkühlpizza kaufen! Essen! Den Kindern geben! Ja, es gibt 1586 gesündere Alternativen, die genau so schnell sind (die hier ist von mir ;)). Egal! Manchmal hilft gegen eine erschöpfte Mutter und total genervte Kinder nur eines: „Kids! Heute gibt ehehehheeees PIZZA!“ „YEAH!!!! MAMA! Wir lieben es!!!“

9. Ich darf 5 Kilo zunehmen, 5 Kilo abnehmen oder beides gleichzeitig! Ich muss nicht tipptopp aussehen Wenn es mich glücklich macht, gut auszusehen – prima! Wenn ich drei Tage lang Tiramisu essen und im Schlabberlook herumlaufen will – lasst mich. Manchmal bin ich so einfach der bessere Mensch.

10. Ich darf es mir einfach machen:

anrufen, wenn ich jemanden vermisse, einladen, wenn ich einsam bin, fragen, wenn ich Fragen habe, sagen, wenn ich etwas nicht will, bitten, wenn ich etwas brauche und mich offenbaren, wenn ich jemanden liebe – oder nicht mehr kann. Wir haben nur ein Leben. Ich hab zwei Kinder. Ich muss das Ganze möglichst einfach halten.

Was dürft ihr? 🙂
#blogparade #wasduerftihr

Gruss zum Montag,
nica

Montags-Mantra: "Ist es WICHTIG?"

Prioritäten setzen – tut es! Es ist lebensrettend und nicht so schwer, wie es manchmal scheint!

An manchen Tagen frisst uns die To-Do-Liste: Wir müssen noch einkaufen, noch die Wäsche machen, noch 128 ungelesene Mails beantworten. Noch das Schreiben ans Finanzamt fertig machen. Die Steuererklärung, der Hund zum Tierarzt und das Auto könnte auch mal wieder gesaugt werden. Und und und…

Arianna Huffington schreibt in „Die Neuerfindung des Erfolgs“, dass die Deutschen zu den am meisten gestressten Völkern gehören. Wir gehören in der OECD zu den Spitzenverbrauchern an Blutdrucksenkern und Antidiabetika. 26% von uns litten 2010 an depressiven Symptomen,, 40% der Erwerbstätigen sagten, ihre Arbeit sei stressiger geworden, die jährlichen Kosten für Burn-Out wurden auf 10 Milliarden Euro geschätzt.

Wir haben also allen Grund, genau hinzusehen: Was ist wirklich wichtig?

„Und jeden Tag aufs Neue reißt dich die Welt an der Hand mit und schreit: „Das ist wichtig! Und das auch! Und das auch! Mach dir Sorgen um dies! Um um das! Und um jenes!“
Und jeden Tag musst du deine Hand zurückreisen, sie dir aufs Herz drücken und sagen: „Nein. Das hier ist wichtig.“ IAIN THOMAS

Meine Nachbarin stellte mir kürzlich dies hier vor die Tür:

Blumengruss

Und ich dachte: Ja, sie hat Recht. DAS ist wichtig!

Besonders deutlich merken wir das, wenn plötzlich etwas außer der Reihe läuft.

„Rase nicht, fahr langsam! Wenn’s knallt, haben wir plötzlich viel Zeit“, mahnt mich mein Freund im Auto. Und Recht hat er.

Wenn beispielsweise eines der Kinder ernsthaft krank ist, gibt es plötzlich keine Termine mehr. Alles wird unwichtig. All das, worüber ich mir gerade noch Sorgen gemacht habe, verschwindet, jetzt ist nur noch diese kleine Wesen wichtig, das gesund werden muss und mich braucht – mich ganz braucht. Und plötzlich kann alles warten, plötzlich weichen alle kleinen Sorgen (die unaufgeräumte Wohnung, die unerledigte Post, das noch abzugebende Manuskript, die Zahl der Facebook-Leser) der einen großen Sorge: Wird das Kind wieder gesund? Alles andere ist plötzlich unwichtig.

Aber wie setzt man das im Alltag um?
Wir – Julia und ich – nehmen bei unseren Meetings und unserer Planung die Eisenhower-Methode:

Ist es wichtig? Ist es dringend? Dann erledige ich es sofort
(„Ich kann gerade nicht, ich muss JETZT duschen, sonst fühle ich mich nicht wohl :)!“)

Ist es wichtig, aber nicht dringend? Dann erledige ich es später
(„Hey, ich rufe das Finanzamt an und erbitte Aufschub für die Steuererklärung.“)

Ist es nicht wichtig, aber dringend (PUTZEN!!!) ?
Dann mache ich es, wenn ich den Rest erledigt habe oder bitte jemand anderen, es zu tun (Schaaaatz….).

Ist es weder wichtig noch dringend? Vergesst es.
(„Ja, ich könnte öfter als alle 6 Monate Fenster putzen, aber es gibt soviel wichtigeres zu tun.“)

Viele Coaches sagen, man solle nur nach Wichtigkeit sortieren. Das führt bei mir zu ewig langen Listen und dazu, dass dringende, aber nicht so wichtige Dinge so lange aufgeschoben werden, bis es dann doch unangenehm wird („MIST! Jetzt haben wir es solange verschoben, dass wir eine Steuerschätzung kriegen…grummel.!“).

Die schöne Erkenntnis ist: Wichtige Aufgaben sind selten dringend oder werden durch die obige Methode so schnelle erledigt, dass sie nicht dringend – also drängend – werden. Dringend erscheinende Dinge („Oh Gott, der FUSSBODEN SIEHT AUS!“) sind selten wichtig :). Und es gibt eine laaaange Latte an Dingen, die einfach in die Kategorie: „Vergiss es“ fallen, was die To Do-Liste gleich wieder leerer macht.

Und dann ist plötzlich wieder Zeit da, Zeit, um meiner Tochter ihre gesammelten Schätze in ein Blätter-Paket mit Brennesselschnur zu binden, damit sie ihrer Oma eine Freude machen kann. Und das ist definitiv wichtig. Und für sie ist es in dem Moment auch wirklich dringend.

Blätterpaket

Wie sorgt ihr dafür, dass euch der Stress nicht auffrisst? Wie periodisiert ihr das, was passieren muss und sortiert aus, worum sich zu sorgen keinen Sinn macht?

Gruss zum Montag – 🙂

nica

Montags-Mantra – Verpasst den Bus!

Da heute Dank Zeitumstellung bei einigen auf Facebook schon die Panik ausbrach, holen wir heute mal ein schönes Montags-Mantra wieder hervor, das das hieß: „Verpasst den Bus!“

Losgehen mit Kindern ist in den meisten Familien Stress. Das muss nicht sein! Doch bis alle angezogen, alles gepackt und der Bus erreicht ist, wird gehetzt, geschimpft, geflucht, es wird gebockt, gebrüllt, es fließen Tränen. Das geht auch anders. Ich hab mal ein paar Ideen gesammlt, wie. Kerngedanke: Seid gut vorbereitet. Und im Zweifelsfall, verpasst den Bus.

Grundsätzlich geht das so:

1. Plant mehr Zeit ein für ALLE Wege mit den Kindern
2. Seid den Kindern einen Schritt voraus
3. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr die Kinder hetzt: Ist das nötig?
4. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr es eilig habt: Ist das nötig?
5. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr zum Bus rennt: Ist das nötig?

Warum eilen wir, hetzten wir, rennen wir?

Es gibt m.E. drei Arten von Zwang, der uns zu Eile antreibt:

1. der innere Zwang (Perfektion, Moral, Erziehung, Verabredungen)
2. der äußere Zwang (Busabfahrtzeiten, Zugzeiten, Öffnungszeiten, Kursanfangszeiten)
3. schlechte Vorbereitung

Häufig vermischen wir die die drei zu einer explosiven Stressmixtur.

Beispiel: Familie ist zum Schwimmen gehen verabredet. Um pünktlich zu sein, müssen sie den Bus zum 12:34 kriegen. Beim Rausgehen muss der Große nochmal auf Toilette, dann fällt Papa ein, dass er das Handy vergessen hat, unten will Mama nochmal kurz in den Briefkasten gucken und schwups ist der eingeplante Zeitpuffer weg und alle hetzen zum Bus.

Was kann man konkret dagegen tun?

1. Liste machen

Schreibt die nächsten Male im Bus auf einen Notizblock, was heute die Abreise mal wieder verzögert hat. Macht das jedes Mal. Schaut euch nach1-2 Wochen diese Liste an und macht daraus eine „Vor dem Rausgehen-drandenken-Liste“ daraus. Je nach Alter der Kinder kann das z.B. sein:

– Taschen packen
– Essen einpacken
– Weg/Busverbindungen VORHER raussuchen
– wichtige Telefonnummern aufschreiben/speichern/mitnehmen
– Handy, Geld, Monatskarte, Schlüssel bereitlegen
Baby rechtzeitig nochmal stillen und abhalten
Kleinkind rechtzeitig nochmal füttern, stillen, abhalten (das vermeidet z.B. auch Anzieh-Streiks, viele Kinder lassen sich nicht anziehen, wenn sie hungrig/durstig/Blase voll ist)
großes Kind rechtzeitig dran erinnern, dass es Buch/Spielzeug/Hör-CDs/wasimmereurekindermitnehmenwollen einpackt
– wasimmereucheinfällt…

2. Zwang reduzieren

Seid frühzeitig: plant gegen äußeren Zwang IMMER einen Bus/Bahn früher ein, damit ihr ggf. einen Puffer habt
Seid noch frühzeitiger: wenn ihr Züge oder Flugzeuge erreichen müsst, plant 2-3 Fahrten früher ein (oder 20 Minuten mehr für die Autofahrt)
seid vorbereitet – ein Segler sagte mir mal, dass er immer Angst vor Stürmen hat und sich deshalb perfekt drauf vorbereitet -dann müsse er im Sturm selbst keine Zeit mehr mit Angst verschwenden, weil ja schon alles getan sei….
– geht NIE auf den letzten Drücker ins Schwimmbad/Theater etc. („Kinder, wenn wir jetzt nicht gehen, hat es ZU!!!“)
Beziehunge hat Priorität: seid euch bewusst, dass 45 Minuten „jetzt macht endlich!!“ für eure Beziehung wahrscheinlich schädlicher ist als 10 Minuten zu spät beim Puppentheater anzukommen
bleibt flexibel: Man kann Verabredungen auch anrufen und Bescheid sagen, dass es später wird, wenn wir merken, dass es heute nicht klappt
lasst euch nicht ablenken: Ihr MÜSST jetzt NICHT noch schnell in den Briefkasten oder eure Mails schauen, geht JETZT los
Keine Angst, nicht perfekt zu sein: wenn ihr jetzt das eine oder andere nicht dabei habt (doch noch einen Apfel extra einstecken? Doch noch schnell die Haare der Kinder kämmen? doch noch ein zweites vorlesebuch? Oh Gott, die BADELATSCHEN!!!), dann habt ihr es eben nicht dabei. Seid offen dafür, dass sich eine Lösung finden wird, vielleicht eine überraschende!, bevor ihr nochmal zurückhetzt
Im Zweifelsfall: nehmt den nächsten Bus. Seid halt zu spät. Kommt halt später. Mantra: Dann ist das halt so ;).

Und warum? Ich stell mir immer vor, was Kinder später von ihrer Kindheit erzählen.

„Meine Eltern haben uns immer überall hin gehetzt, das war stets total stressig, ich habe losgehen gehasst….“
oder
„Naja, wir waren nicht immer pünktlich und wir mussten uns oft von anderen die Buddelsachen leihen, aber wir sind immer ganz entspannt, singend und glücklich umhergezogen…“

Es ist eure Entscheidung. Es ist euer Leben. Nehmt euch die Freiheit.

Das Original hier: hier.

Ich wünsche allen einen stressfreien Wochenanfang!

🙂
nic

Über Anspannung und Loslassen.

… oder warum Babys nicht pinkeln, wobei sie müssten und sogar signalisiert haben.

(Diesen Blogeintrag wollte ich schon seit dem frühen Sommer schreiben. Es geht um ein paar Beobachtungen, die gemacht habe.)

Ihr kennt es bestimmt auch alle… Baby signalisiert, Ihr seid in Eile und bietet trotzdem das Abhalten an und es kommt nichts. Oder Ihr wollt Euch als Dreamteam vor skeptischen Zuschauern beweisen, Baby gerade aus dem Schlaf erwacht und mal schnell ausgezogen und dann kein Pipistrahl in Sicht. Dann legt Ihr Euer Kind ab und was macht es dann?! Es pinkelt. *argh*
Was mir bei mir selbst aufgefallen ist, ich war total angespannt in solchen Situationen. Gedanklich und auch bis in die letzte  Muskelfaser. Und dann hat man ein Babylein mit sensiblen Antennen im Arm. Klar muss es pinkeln! Aber nicht wenn Mama mit ihren Hände feste um die Oberschenkelchen gefasst hat. Seitdem mir das bewusst wurde, achte ich auch noch heute darauf, dass die Babyoberschenkelchen beim Abhalten in meinen offenen Händen ruhen, lasse meine hochgezogenen Schultern sinken und versuche mich auch mental zu entspannen.
Et voilà Babysohn kann loslassen und pinkelt meistens auch in kniffligeren Situationen.

Mein (Erinnerungs-)Mantra ist dann in diesen Momenten: *tief einatmen* LOOOOSLASSEN! *… und (eventuell mit einem Seufzer) ausatmen*.