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Interview: "Ich kam nicht zu artgerecht – es kam zu mir" – zu Gast bei Mutterskuchen

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Nic im Interview:

Ich durfte zu Gast sein bei Mutterskuchen: Das neue Podcast Format von @fraumierau und @aluberlin :). Wir saßen 300 Meter vom Tipi-Dorf des Artgerecht Camps 2015 und unterhielten uns über Artgerecht – wie kam es dazu? Was heißt das? Dürfen Väter auch mitmachen? Dürfen Mütter arbeiten? Woher wissen wir, was artgerecht ist – und wie hat sich das auf mein persönliches Leben ausgewirkt? Was ist das besonders am Artgerecht-Babybuch?

Wir hatten sooo viel Spass –

Danke für die Einladung!

Artgerecht Babybuch, Nicola Schmidt, Kösel Verlag

Babyschlaf: JKKSL oder ein besserer Weg?!

Die neue ELTERN-Ausgabe ist am vergangenen Mittwoch erschienen. In diesem Heft gibt es ein Interview mit der Autorin des Buches „Jedes Kind kann schlafen lernen“ Annette Kast-Zahn. Das Buch polarisiert stark die Elternschaft und alle anderen, die mit Kindern zu tun haben. Nun durfte Frau Kast-Zahn zum Shitstorm im vergangenen Herbst Rede und Anwort stehen.

Kast-Zahn Interview in der ELTERN

Aus meiner Sicht hat die bekannte ELTERN Journalistin Nora Imlau ein gutes Interview geführt, doch die Antworten von der Diplom-Psychologin bleiben beharrlich:

Ein Baby mag es schön finden, jeden Abend in den Schlaf gestillt oder gewiegt zu werden – aber das ist doch kein Bedürfnis, sondern schlicht Gewohnheit!

Puh! Nicht nur diese, sondern auch ihre anderen Antworten machen mich echt wütend, da sie meinen Vorstellung und meinem Wissen über Babys sehr widersprechen. Susanne von Geborgen Wachsen hat versucht sachlich zu bleiben und sich schon etwas ausführlicher zu diesem Interview geäußert: „In den Schlaf gewiegt zu werden ist Gewohnheit” – Gedanken zum Interview mit Annette Kast-Zahn
Sehr überlegt und möglichst objektiv nahmen auch die EINFACH ELTERN-Gründerinnen Frauke und Diana Stellung: Können Babys lernen, alleine einzuschlafen?

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, doch eines will ich aus diesem Interview aufgreifen – zum Ende sagt Frau Kast-Zahn:

Entweder müsste jemand den Nachweis erbringen, dass Schlaftrainings tatsächlich schädlich sind – oder jemand müsste einen besseren Weg finden, wie eine für Eltern und Babys belastende Schlafsituation schnell, effizient und nachweislich wirkungsvoll verbessert werden kann.

Ich denke, es gibt ihn, den besseren Weg! Dieser ist sogar effizient und nachhaltig…

  1. Aufklärung über Schlafmythen und der Biologie des Babyschlafs
  2. Ressourcensuche im Alltag – Schaffung von Oasen als Ausgleich zu anstrengenden Nächten
  3. Clanbildung – Tanten, Omas, Freunde als hilfreiche Hände
  4. offener und ehrlicher Austausch mit anderen Eltern

… und das aller wichtigste in meinen Augen ist das Umdenken, die Haltungsänderung gegenüber Kindern. Unsere Babys kommen nicht als kleine Haustyrannen auf die Welt. Denn „vertraue deinem Kind – vertraue darauf, dass es schreit, weil es ein Bedürfnis hat. Vertraue dir selbst, wenn du fühlst, dass Du auf das Schreien eingehen musst. Vergiss nicht, dass es eine Person ist, die weint.“ (William Sears)

Gute Nacht!

Schau auch hier:
Warum und wie Babys schlafen
James McKenna übers Alleinschlafen
Durchschlafen ist ungesund
Ein kleiner Selbstversuch – Schlaflernprogramme für Babys

Krippe oder Familienbett?!

Wie wohl Maria und Joseph ihr kleines Baby damals wirklich gebettet haben, dass wird uns sicher für immer unbekannt bleiben.

Die Süddeutsche Zeitung aber hat sich in der vergangenen Woche dem Thema der Ort des Babyschlafes gewidmet:

Zank an der Wiege

Ich finde, hier ist der Journalistin ein guter Artikel über das Familienbett gelungen, in dem weder vom gemeinsamen Schlafen abgeraten noch dieses aufgezwungen wird.

Schön finde ich auch, dass Herbert Renz-Polster zitiert wurde, der sich um die Aufklärungsarbeit für ein sicheres Familienbett bemüht.

„Die emotionale Sicherheit ist nicht unbedingt an das Schlafarrangement gebunden“, so Renz-Polster. Umgekehrt heißt das aber auch: „Eltern können das Allein-Schlafen nicht erzwingen – dabei würde die Bindungssicherheit über Gebühr strapaziert“, sagt der Kinderarzt mit Blick auf die häufig angewandten rigiden Schlaflernprogramme. Schließlich fühlen sich Säuglinge unsicher und gestresst, wenn sie allein schlafen müssen – ein evolutionsbiologisches Erbe.

Es ist NORMAL.

Zum Nachdenken…

Ist das Stillen besser als industrielle Säuglingsnahrung? Nein, es ist normal.

Die Kinder schlafen im Elternbett? Ist das besser als allein im Kinderzimmer zu schlafen? Nein, es ist normal.

Kinderwagen oder Tragehilfe? Was ist besser oder schlechter? Das Kind am Körper zu tragen ist normal.

Ist es besser sich mit seinem Baby auch über die Ausscheidung zu kommunizieren, als nur zu wickeln? Nein, es ist nicht besser sondern normal.

Danke an Monique für diesen Denkanstoß!

Ich wünsche allen einen schönen ersten Advent sowie eine besinnliche Vorweihnachtszeit!

Welt-Down-Syndrom-Tag 2012

Heute ist der internationale Welt-Down-Syndrom-Tag. Ein Grund mehr zu den Menschen mit dem besonderen Handicap in unserer Gesellschaft zu schauen.

Welt-Down-Syndrom-Tag 2012

Ein bindungs- und bedürfnisorientierter Umgang mit Kinder mit Down-Syndrom ist genauso wichtig wie für alle anderen Kinder auch. Ich denke zu diesem Bindungs-/Bedürfnispaket zählt: Stillen, Tragen, Elimination Communication (Ausscheidungskommunikation, welche man für windelfrei nutzen kann), Familienbett sowie eine gleichwürdige Eltern-Kind-Beziehung.

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Familienbett?? Nein, danke.

Familienbett ist artgerecht. Familienbett ist gesund und für die allermeisten Familien auch sicher. Familienbett ist toll. Aber nicht mehr für uns. Es reicht. Ich muss SCHLAFEN.

Der Große hat von Geburt an bei uns geschlafen. Seit die Kleine da ist, schläft er bei seinem Papa und seit ein paar Wochen im eigenen Bett. Soweit, so gut. Aber seit ein paar Tagen will er wieder bei Mama schlafen. Auch okay. Vertraue der Entwicklung deines Kindes etc…. geht alles mal vor, mal zurück, kein Beinbruch. Er schläft jetzt also wieder bei Mama.

Und die schläft nicht mehr.

Die Nacht sieht so aus, dass die Kleine eigentlich nur zwei Mal stillen und zwei Mal abgehalten werden muss. Eigentlich kein Problem. Sie kommt gegen zwei und gegen fünf – genug Zeit für meinen Schlaf. Ist aber der Große dabei, fällt er mindestens einmal pro Nacht gegen die Wand, tritt im Traum um sich, weckt die Kleine mit einem Traum-Aufschrei („das ist mein Stock!!!“), sucht seine Decke. Er wacht auf, wenn ich mich wegen der Kleinen bewege, sie wacht auf, sobald ich mich seinetwegen bewege oder er laut ist – kurz:

Wir spielen Aufwach-Ping-Pong. Absoluter Horror.

Der Große ist heute zur Oma ausquartiert (für ihn der tollste Tag der Woche, übrigens, bei Oma ist es immer wunderbar). Es muss eine andere Lösung her, aber bevor ich wieder denken kann, muss ich erstmal zwei Nächte schlafen. Mutter-Kind-Bett – super. Papa-Mama-Baby-Bett – super. Familienbett mit mehr als zwei Kindern – ich weiß, dass einige hier das durchziehen, aber mich macht es völlig fertig… *gääähn*.

Wie macht ihr das?

Vorsicht! Attachment Parenting funktioniert nicht

Es gibt ein Problem. Attachment Parenting funktioniert nicht. Auch Unerzogen funktioniert nicht. Und doch glauben alle daran – und machen sich selbst und einander das Leben zur Perfektionshölle.

Letztens erzählte ich einer anderen AP-Mutter, dass unser Sohn Karies hat und jetzt eine zahnärztliche Behandlung braucht. Jene Mutter fragte zuerst die Dinge ab, die uns auch Familienmitglieder, Zahn- und Kinderärzte fragen: Wieviel Zucker bekommt er? Wie oft putzt ihr Zähne? Womit? Als ich alle diese Fragen offenbar zu ihrer Zufriedenheit beantwortet hatte, sagte sie: „Hm, klingt so, als hättet ihr alles richtig gemacht.“ (Subtext: Es hätte funktionieren müssen)

Ja, irgendwie schon, dennoch stehen wir vor der Frage nach dem Warum, die derzeit mit „vielleicht hat er einfach extrem empfindlichen Zahnschmelz“ beantwortet wird. Aber sie war ja eine AP-Mutter…und sie hatte eine viel bessere Idee: „Und trotzdem Karies…ich finde, ihr solltet euch Gedanken darüber machen, was euer Kind euch damit sagen will, wenn ihm quasi der Mund wegfault.“ (Subtext: Wenn es nicht funktioniert hat, ist bei euch irgendetwas falsch!)

Wow. Das saß. Ich war sprachlos. Verletzt. Schließlich wütend. Dann habe ich – wie immer – versucht, nachzudenken. Und heraus kam: Tausend Dank für diese Replik! Denn ja, genau hier liegt eines der größten Probleme des Attachment Parenting.

AP-Mütter glauben – und bekommen fast überall in der Szene gesagt – dass man bei einem Kind nur die richtigen Knöpfe drücken muss und es wird ein zufriedenes, gesundes, freundliches, unerschrockenes, aufmerksames, kooperatives Baby und Kleinkind sein. Vorsicht! Attachment Parenting funktioniert nicht weiterlesen

Autorinnen gesucht

Das Windelfrei-Blog sucht – DICH!

Du hast ein – windelfreies oder teilzeit-windelfreies – Baby oder möchtest es mal ausprobieren? Du beschäftigst Dich mit Themen rund um Tragen, Stillen, natürliche Geburt und Familienbett? Deine Freunde lieben Dich, weil deine E-Mails immer so informativ, lustig, treffend oder herrlich persönlich sind? Dann suche ich Dich!

Das Windelfrei-Blog soll noch größer, schöner und aktueller werden! Dafür suche ich Autorinnen, die Lust haben, über Natural Parenting zu schreiben. Dies bietet die großartige Chance, anderen Müttern den Rücken stärken, ganz neue Menschen kennenzulernen, neueste Entwicklungen im Internet aufzuspüren, auf spannende Kongresse zu gehen und natürlich von den ganz persönlichen Erfahrungen mit dem eigenen Baby zu erzählen.

Klingt das wie etwas, das Du schon immer mal machen wolltest? Kribbelt es in deinen Fingern? Oder hast Du erstmal noch ein paar Fragen? Dann melde Dich bei mir.

Ihr erreicht mich unter nic@nicolaschmidt.de :).

24 Monate Attachment Parenting – Bilanz

Zeit, mal wieder Zwischenbilanz zu ziehen – nach der Bilanz nach 14 Monaten und der Bilanz nach 18 Monaten nun meine Bilanz nach 24 Monaten Attachment Parenting im Allgemeinen und Windelfrei sowie Unerzogen im Besonderen. Wie sich AP auswirkt bei den Themen: Stillen, Tragen, Familienbett, Gleichwürdigkeit, Essen, Windelfrei, Teilen und Spielzeug. 24 Monate Attachment Parenting – Bilanz weiterlesen

Ups – ein Tabu!

Ein Tabu ist laut Wahrig eine „allgemeine Vorschrift, über etwas nicht zu sprechen oder etwas nicht zu tun“. Bevor ich Mutter wurde, bin ich so gut wie nie mit Tabus in Berührung gekommen – eigenartig. Jetzt häufen sich Momente, in denen ich denke: „Ups – ein Tabu!“

Meine aktuelle Favoritenliste: Ups – ein Tabu! weiterlesen