Kooperationskontingent – ab 16h ist Schluss!

2016-04-09 10.38.03Kinder wollen kooperieren. Immer. Ich glaube fest daran. Aber es gibt einen Punkt, da können sie nicht mehr. Und wir Eltern müssen mitkriegen, wann es so ist.

Ich stelle mir immer vor, dass meine Kinder so eine Art Kooperationskontingent haben. Das ist die Menge an Kooperation, die den Kindern an diesem Tag von ihrem Gehirn zugeteilt worden ist (und ich hab das auch). Jedes Mal, wenn ich „Komm jetzt bitte“ sage und sie kommen, nehmen sie etwas von dieser Menge weg. Und irgendwann nachmittags gegen 16-17 Uhr ist es alle.

Je jünger Kinder sind, desto früher werden sie in der Regel abends müde. Mit dem Kooperationskontingent ist das ähnlich. Je jünger sie sind, desto früher ist es erschöpft. Und dann ist’s Essig mit Kooperation. Sie kommen nicht mehr, wenn ich darum bitte. Sie werden laut. Sie schmeißen mit Zeug. Sie streiten sich. Sie ziehen sich nicht die Schuhe an.

Für mich heißt das: Je jünger Kinder sind, desto eher antworte ich auf diese Situation mit Entgegenkommen. Ich gehe hin und hole die Kinder freundlich ab, statt sie zu rufen. Ich füttere sie. Ich trage sie (auch wenn sie schon sechs Jahre  als sind). Ich ziehe ihnen die Schuhe an. Und weiß: Kinder wollen kooperieren. Aber gegen halb sechs nach einem langen Tag an frischer Luft können sie es oft einfach nicht mehr.

Und dann gehen wir halt auch ungeduscht ins Bett, dann gibt es Turbo-Abendessen und wenn ich es total verplant habe, ist auch Zähne putzen am Ende nicht mehr so wichtig. Wichtig ist – Ruhe, Kuscheln, Körperkontakt, Mama-Da-Sein.

„Ab 16h sind sie kochgar“, sagte mir eine Interviewpartnerin kürzlich. Das trifft es gut. Dann hilft nur: Nachgeben, sanft sein, wie Wasser sein, loslassen, Full Service. Und morgen neu.

🙂

nicola