Morgenstress statt Kindheit?

Als ich auf Facebook letztens die Frage stellte, was euch als Familien stresst, kam immer wieder eine Antwort: Morgens die Zeitnot. Heute Morgen, an einem verregneten Samstag im April, wird mir total bewusst, wie krass das eigentlich ist. Schon die ganz Kleinen müssen ja oft morgens zu einem bestimmten Zeitpunkt im Kindergarten sein, spätestens ab Schulalter haben die meisten Familien dann wirklich keinen Puffer mehr, sondern alle müssen um X Uhr los, sonst „schaffen wir es nicht“. Wie ihr ja wisst, habe ich einen durchaus anspruchsvollen Job, aber dafür kann ich die meiste Zeit von zu Hause aus arbeiten.

Bei uns ist die Situation also – wie mir heute morgen klar wird – noch verrückter: Die Kinder – oder zumindest der Große – müssen morgens zu einer bestimmten Zeit irgendwo sein, ich – die Erwachsene – aber nicht!

Füße auf die ErdeHeute sind die Kinder bei ihrem Papa und ich habe mal ganz bewusst gemacht, wozu ich morgens Lust hatte. Die Liste: Aufstehen, Yoga machen, duschen, Kaffee kochen. Dann ging ich getreu Julias wunderbaren Kalender-Mantra „Füße auf die Erde“ mit nackten Füßen in den Vorgarten, stand da rum und beobachtete schweigend und kaffeetrinkend die Morgenvögel.

Ich finde: Das ist nicht fair. ICH kann das theoretisch jeden Morgen machen (naja, außer wenn ich um 4 raus muss, weil morgens Termine am Ende der Welt sind, okay), aber meine Kinder nicht? Meine kleinen Kinder, die gerade erst auf dieser Welt angekommen sind, haben ein so straffes Pensum, straffer als meines, die ich schon so lange hier rumkurve?

Da läuft doch schon wieder etwas total falsch. Das ist zu schnell. Das ist zuviel Druck. Es ist kein Wunder, dass es bei vielen Familien morgens so stressig ist.

Wie ist das bei euch? Habt ihr einen Ausweg aus dem Morgenstress gefunden? Wie können wir dem entrinnen? Wann starten wir eine Petition, dass Schüler schon in der Grundschule Gleitzeit kriegen, nicht erst im Gymnasium? Und überhaupt…ich bin froh, dass Julia und ich gerade ein Buch über Entschleunigung schreiben. Teilt eure Ideen gegen Morgenstress mit uns, wir nehmen das auf.

Samstagmorgenvogelzwitscherkaffee-Gruss,

Eure Nic

Montags-Mantra: Good enough is the new perfect

Ich will perfekt sein. Viele Eltern um mich herum wollen perfekt sein. Oder haben Angst, dass die Kinder kaputt gehen, wenn wir auch nur den geringsten Fehler machen. Ich kenne das. Als meine Kinder noch Babys waren, wurde ich wahnsinnig bei dem Gedanken, irgendetwas könnte nicht so sein, wie sie es für ihre wichtige, zarte, noch so empfindliche Entwicklung brauchten.

Sie waren so rein, so unschuldig, so zerbrechlich – ich wollte alles, alles von ihnen fernhalten, was falsch hätte sein können.

Im Laufe der Zeit musste ich einsehen: Perfekt geht nicht. Das war hart. Aber dann erkannte ic
h: Perfekt muss nicht sein! Ganz und gar nicht! Und je älter Kinder werden, desto robuster werden sie! Wenn mein Baby keine 30 Sekunden warten konnte, wenn es Hunger hatte (und nicht musste), kann mein Kleinkind schonmal eine Weile aushalten und mein Schulkind sagt sogar nonchalant: „Ach Mama, ja, ich hab Hunger, aber es ist jetzt auch nicht sooooo dringend.“

Cool.Gut genug

Letztens hatte ich eine besorgte Mama in der Beratung, die sich beim zweiten Kind große Sorgen machte, weil sie für das Baby einfach nicht so kompromisslos da sein konnte wie für das erste. Irgendwann kamen wir darauf, dass es wohl immer so gewesen ist und vielleicht auch Herausforderungen mit sich bringt, an denen alle wachsen können. „Ausreichend ist genug“, war unser Fazit, „sozusagen 4+  – das ist prima als Mutter und als Mensch.“ Wir tun, was wir können, und wir sollten ausreichend für die Kinder da sein, aber wenn es nicht perfekt ist – das macht nichts. Sie können sich trotzdem gesund entwickeln.

Ich bin nicht immer da. Ich bin nicht immer die Geduld in Person. Ich bin nicht immer pünktlich, aufmerksam, achtsam und klug. Aber ich bin es offenbar ausreichend oft. Denn die Kinder entwickeln sich prima. Und ich stelle fest: ausreichend reicht.

Und es ist vielleicht sogar für alle besser: Wenn ich mich nämlich ständig mit Perfektionismus, Ich-muss-noch-besser-sein und Schuldgefühlen stresse, bis ich erst recht keine gute Mutter mehr und kein gutes Vorbild. Meine Kinder sollen lernen, dass man auch Fehler machen und un-perfekt sein darf. Dass man an sich arbeitet, strauchelt, fällt, wieder aufsteht, nachsichtig mit sich ist, weitermacht.

Das heißt für mich nicht, dass ich mich darauf ausruhe: „Ich meckere nunmal jeden Morgen, da müsst ihr durch!“ „Ich sehe nunmal nicht, wann das Baby muss, dann hat es halt einen wunden Po!“ . Das passt für mich nicht. Ich sehe das eher so: Ich mache Fehler. Ich sehe sie. Ich arbeite an ihnen. Ich versuche jeden Tag, es ein bisschen besser zu machen. Und wenn es heute nicht klappt, wenn ich schon wieder 25 Pipis verpasst, den mittleren zu spät ins Bett gebracht und beim Großen ungeduldig bei den Hausaufgaben gewesen bin – nun denn, dann sage ich – vor allem zu meinem großen Kind –  „Tut mir leid“ und versuche ich es morgen einfach noch einmal.

<3

Triff deinen Abgeordneten!

Neue Aktion von MotherHood – Trefft eure Abgeordneten!MotherHood_Logo_mitClaim

„Wir haben bisher sehr gute Erfahrungen mit Politikergesprächen gemacht, um auf die Lage der Geburtshilfe aufmerksam zu machen.

BürgermeisterInnen und Abgeordnete hören uns Eltern zu, verstehen die problematische Lage und wollen sich nach den Gesprächen oftmals für unsere Belange einsetzen. Damit sich aber richtig was bewegt und wir auch in Berlin Gehör finden, müssen noch mehr (zukünftig) Betroffene mit noch mehr PolitikerInnen sprechen. Wir (zukünftige) Eltern und unsere Kinder sind die Leidtragenden, wenn die Geburtshilfe weiter den Bach runtergeht. Und genau das müssen wir der Politik klar machen!“

Wie man das macht?

Hier findet ihr euren Abgeordneten.

Hier ein Leitfaden, wie ihr euch auf das Gespräch vorbereiten könnt.

In Kürze: Macht einen Termin, informiert euch, was euer Abgeordneter sonst noch so macht und ob er/sie eigene Kinder hat, informiert euch über den aktuellen Stand der Geburtshilfe hier, stellt euch und Motherhood kurz vor, erfragt, was schon bekannt ist, erläutert die Situation der Geburtshilfe und eure Anliegen „Was könnten sie tun, welche Konzept und Pläne gibt es im Bundestag, könnten Sie da mal nachhaken?“. Und macht ein Foto, das ihr hier veröffentlichen könnt, wenn ihr mögt.

Stand der Dinge:

Die Situation der Schwangeren spitzt sich zu. Viele in meinem Umfeld erzählen jetzt schon, dass sie keine Hebamme für die Vorsorge und Wochenbettbetreuung finden, diese Zeitung in BW berichtet. Frauen, die keine Hebamme fragen können, fahren vermehrt in zum Frauen- oder Kinderarzt mit ihren Fragen, was Stress und Infektionsrisiko für beide mit sich bringt und die Gesundheit Neugeborener gefährdet.

Hausgeburt? Fehlanzeige! Schon jetzt ist es in vielen Regionen nicht mehr möglich, eine Hebamme für eine Hausgeburt zu finden. Auch Geburtsstationen in Krankenhäusern (z.B. Schleswig Holstein jede 4.) werden zunehmend geschlossen.

Übrig bleibt: Stress für alle Beteiligten, besonders die Gebärenden. Details im Infoblatt von Motherhood.

Jeder Abgeordnete zählt! Ich bin meinem ja schon auf den Keks gegangen, aber ich werde ihn einfach immer wieder anrufen. Steter Tropfen höhlt den Stein.

 

My photos that have a creative commons license and are free for everyone to download, edit, alter and use as long as you give me,  "D Sharon Pruitt" credit as the original owner of the photo. Have fun and enjoy! (piqs.de ID: 26df2266d91802667e68b5a331f553ee)

Ist Langzeitstillen schädlich?

Eine Frau teilte in diesen Tagen auf Facebook, dass Sie beim Jugendamt zur Beratung war – und „verhöhnt“ wurde.

Situation: Sie stillt ihren zweijährigen Sohn noch und er schläft bei den Eltern im Bett. Die Dame vom Jugendamt erklärte, die Mutter würde dem Kind mit dem langen Stillen schaden, und „dass die WHO, die ja Stillen bis 4 Jahre empfiehlt, das nicht so genau wissen könne.“

Die Mutter wand sich an uns – und an mich – mit der Frage: Ist Stillen über die ersten 6 oder 12 Monate hinaus wirklich schädlich?

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Foto: D .Sharon Pruitt

Ich habe mal spontan Suchen rund um folgende Stichworte durchgeführt: „prolonged breastfeeding negative effects“, „continued breastfeeding“ „negative effects“ sowie „prolonged/continued breastfeeding infant mental health“.

Ich habe zumindest online auch bei einer gezielten Suche keine Studie gefunden, die belegt, dass langes Stillen schädlich sei – und zwar weder für das Kind noch für die Mutter noch für die Paarbeziehung.

Die in den Medien am meisten aufgegriffene Studie zum Langzeitstillen ist eine cluster-randomisierte Studie (bei der statt Individuen Vergleichsgruppen per Zufall zugeordnet werden) von Michael S. Kramer und Kollegen, veröffentlicht 2008. Sie wurde in 31 weißrussischen Kliniken und angeschlossenen Polikliniken durchgeführt und beinhaltete 17046 gesunde, stillende Kinder, von denen 13889 Kinder 6,5 Jahre später noch einmal untersucht wurden.

Das erste Ergebnis: die Studie  führte in der Gruppe dazu, dass mehr Kinder mit drei Monaten voll gestillt wurden und ingesamt die Kinder häufiger bis zu 12 Monaten gestillt wurden. Nach Auswertung aller Tests zeigte sich, dass die Studien-Gruppe höhere IQ-Werte hatte als die Vergleichsgruppe – die Kinder waren also mit 6,5 Jahren kognitiv besser entwickelt. Das Ergebnis laut Studienautoren: Die Ergebnisse der Studie weisen deutlich darauf hin, dass langes und ausschließliches Stillen die kognitive Entwicklung von Kindern verbessert.

Aufgrund der gleichen Datenbasis hat die Studiengruppe auch versucht herauszufinden, ob sich das lange Stillen auf die Paarbeziehung, die psychische Verfassung der Mutter oder auf das Verhalten des Kindes auswirkt. Ergebnis: Nein. Sie fanden keine statistisch nachweisbaren Effekte – weder positiv noch negativ. „Wir fangen keine Evidenz, dass es Risiken  oder Vorteile von langem Stillen oder exklusiven Stillen für das kindliche oder mütterliche Verhalten gibt.“

In einer Umfragestudie in Australien wollten Forscherinnen herausfinden, wie sich  die durch das lange Stillen auftretenden sozialen Reaktionen auf die Mutter auswirken:

Sie befragten Mütter, die sie bei einer LLL-Konferenz rekrutiert hatten, nach den en „sozialen Konsequenzen“ des Stillens – also Kommentare, Reaktionen, ggf. Stigmatisierung – in einer nicht-stillfreundlichen Gesellschaft. Ergebnis: Die empfunden Stigmatisierung steigt mit dem Alter des Kindes.  Von 100 Stillenden Müttern berichteten 29 über Stigmatisierungen als ihr Kind älter als sechs Monate war, bei Kindern älter als 12 Monate waren es schon 44 und bei Kindern älter als 24 Monate berichten 61 Mütter negative Kommentare und Ablehnung. Dennoch gaben die Mütter an, dass für sie selbst die positiven Aspekte überwiegen würden.

 

Es gibt eine Studie, die sich mit der Frage beschäftigt, warum in Entwicklungsländern die lange gestillten Kinder besonders untergewichtig sind und ob das mit dem Stillen zusammen hängt. In der Zusammenfassung argumentieren die Forscher, dass hier ein Missverständnis vorliegt: Schmächtige Kinder werden gezielt länger gestillt, während stärkere Kinder früher abgestillt werden. Die Kinder sind demnach nicht untergewichtig, WEIL sie länger gestillt werden, sondern werden länger gestillt, weil sie untergewichtig sind.

Zu eine ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie mit Daten aus Äthiopien. Wenn das Essen knapp ist, wird länger gestillt, weswegen Stillen auf den ersten Blick mit Unterernährung assoziiert wird. Dies sei jedoch genau andersherum. Außerdem zeigte sich hier: Wenn Kinder länger gestillt werden, sind die Abstände zwischen Geschwistern größer, was die Überlebensrate der Kinder unter diesen Umständen erhöht

Ich fasse zusammen: Länger als 6-12 Monate gestillte Kinder entwickeln sich weder kognitiv noch verhaltensbezogen schlechter als kürzer gestillte Kinder. Auch das Verhalten der Mutter, des Kindes oder die Qualität der Paarbeziehung verändern sich nicht meßbar.

Die Mütter haben erhöhten sozialen Stress durch Stigmatisierung, geben jedoch an, dass für sie die Vorteile es Stillens überwiegen, dies allerdings eine einer Umfragestudie unter LLL-Müttern, die also per se schon einen unterstützendes Umfeld gesucht haben. Die Vermutung, langes Stillen könnte zu Untergewicht führen, lässt sich nicht belegen, vielmehr zeigt sich hier ein kultureller Effekt: Schmächtige Kinder werden länger gestillt. In Entwicklungsländern hilft langes Stillen zudem, die Geburtsintervalle zu vergrößern, was die Überlebenschancen der Kinder erhöht.

Insofern: Stillen ist nicht schuld. Wenn es Stress in der Beziehung gibt oder das Kind sich komisch verhält, ist nicht nachweisbar, dass es am Stillen liegt (auch wenn das oft behauptet wird). Just relax. Dieses Leben ist das Beste, das ihr habt. Nehmt euch die Freiheit :).

Haarwaschen!? Wo Gewalt anfängt.

Wir waren gestern beim Schwimmkurs (jaja, ich weiß, aber als alte Seglerin hat Schwimmen können bei uns oberste Priorität, schließlich will ich noch einmal rundrum).

Als es ans Duschen ging, standen meine beiden Kinder unter den Duschen, während ich mir – barfuß, sonst aber voll bekleidet – ein lustiges Spiel draus machte, ihnen mit Handtuch, Augentrocknen und Haarseife behilflich zu sein, ohne selbst komplett nass zu werden.

Neben uns stand ein Mädchen unter der Dusche, sie war vielleicht vier oder fünf Jahre alt. Ihre Mutter war in der gleichen Situation wie ich. Nur…ganz anders.

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„D Sharon Pruitt“

<rant start>

„Jetzt stell dich nicht so an!! Los, umdrehen! Haare nass! NASS!!! Hörst du nicht?“ Sie schubst das Kind unter den Wasserstrahl. „Los, nassmachen! Herrgottnochmal, du begreifst aber auch gar nichts….“ Ihr könnt euch denken, wie es weiter geht: Das Kind will sich nicht die Haare waschen, die Mutter schimpft immer weiter auf sie ein, schiebt sie unter den Wasserstrahl, rubbelt unsanft in den Haaren herum. Die Kleine kriegt erst Wasser, dann Shampoo in die Augen, sie weint, die Mutter flucht. Es endet damit, dass das Kind verstört und verängstigt ist und die Mutter nass.

Meine Kinder waschen sich in der Zeit die Haare, wir trocknen uns ab und gehen raus. Und innerlich – sterbe ich.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn ich sowas höre oder sehe, bin ich so traurig, dass ich wütend werde. Das geht nicht. So darf man mit Menschen nicht umgehen. Da fängt für mich Gewalt an. Wie oft habe ich schon gehört: „Haarwaschen? Geht bei uns nur mit Festhalten. Sonst macht sie ja nicht mit.“

Ich kann mich nicht erinnern, meine Kinder schonmal zum Waschen festgehalten zu haben. Für mich ist das übergriffig. Für mich ist das Gewalt. Wenn ein Kind sich nicht die Haare waschen will, dann ist das ein Benutzerfehler! Dann haben wir die Wassergewöhnung verbockt, waren zu schnell, zu spät, zu unbedacht, zu hektisch, was auch immer. EDIT: Oder das Kind ist einfach so – jedes Kind ist anders – macht eine Phase durch, was immer /EDIT, danke Franzi.

Aber es ist NIE NIE NIE die Schuld des Kindes. Und Eltern haben kein Recht, Kinder zu zwingen, auch nicht zum Haarewaschen.

</rant Ende>

„Ja, aber was sollen wir denn tun?“ fragen jetzt die, deren Kinder sich nicht die Haare waschen lassen.

Präventiv: Beim nächsten Kind fangt im Säuglingsalter mit der Wassergewöhnung an (in der Wanne zu Hause oder zum Beispiel hier), dann entstehen solche Probleme im Idealfall gar nicht: Mit Wasser spielen, Wasser über den Kopf laufen lassen, erst hinten, dann langsam auch über das Gesicht, so dass sich schon der Säugling sanft daran gewöhnt, Wasser auf dem Gesicht zu tolerieren. Das kostet Zeit – aber es gilt wie immer der Schmidt’sche Energie-Erhaltungssatz: Investierte diese Zeit lieber jetzt, später kostet es euch noch viel mehr Zeit.

Wenn es schon zu spät ist oder das Kind streikt – dann braucht ihr jetzt vor allem: Zeit. Tretet einen Schritt zurück. MUSS das Kind Haarwaschen? Tut es ein feuchter Waschlappen erstmal auch? Trockenshampoo? Nur hinten? Nur die unteren? Oder einfach mal Ruhe einkehren lassen? Ich würde immer erstmal pausieren. Gras über den Streitpunkt wachsen lassen. Dem Kind seinen Raum geben. Und dann, wenn sich die Wellen geglättet haben, langsam und spielerisch anbieten: Komm, wir machen mal die Spitzen nass. Oder eine Taucherbrille kaufen und dem Kind die Haare eben mit Brille waschen. In jedem Fall: Es so angenehm für das Kind wie möglich machen und langsam, Schritt für Schritt, gemeinsam aus der Angst herauswachsen.

Was immer ihr tut, wie gestresst wir als Eltern auch sind – wir sollten immer versuchen, achtsam zu sein. Gewalt hilft uns nicht weiter. Selbstwertgefühl und Bindung sind so viel wichtiger.

 

7 Dinge, die dein Baby draußen erleben sollte

Baby WaldImmer wieder sagen mir Eltern: „Ja, in den Wald gehen wir dann mal, wenn die Kinder größer sind.“ Aber der Wald, das „Draußen“ ist ein wunderbarer Spiel und Lernort – schon für die ganz Kleinen!

7 Dinge, die dein Baby draußen erleben sollte:

fire-184885_640Feuer: Als einzige Säugetier-Babys sind kleine Menschen von Feuer magisch angezogen. Vor 1,5 Millionen Jahren sollen Menschen angefangen haben, Feuer zu nutzen und seither war es mit all seiner Kraft ein ständiger Begleiter. Babys schauen Feuer fasziniert an. Sobald Kinder Krabbeln oder Laufen können, gehen Sie Schritt für Schritt darauf zu. Wir sehen im Camp immer wieder Babys, die völlig fasziniert ins Feuer schauen oder entspannt in Mamas Arm bei seinem Flackern einschlafen.

(Bitte: Eltern passt gut auf die kleinen Entdecker auf, das Märchen, dass Kinder instinktiv wissen, wie sie mit Feuer umgehen müssen, ist nach meiner Recherche genau das: Ein Märchen. Brandwunden sind eine der häufigsten Verletzungen im Kindesalter bei Naturvölkern. Die Motorik ist einfach noch nicht so ausgereift, dass ein Kind nicht doch mal stolpert oder fällt.)

leaves-108969_640Licht: Schon ganz kleine Babys nehmen Kontraste wahr. Und sie lieben sie. Wenn Sonnenlicht durch Blätter scheint, umgibt uns ein herrlicher Hell-Dunkel-Kontrast, den schon die Allerkleinsten fasziniert beobachten. Auch wenn schwarz-weiß-Kontraste Babys in Studien am meisten anregen, dürfen wir davon ausgehen, dass sich wiegende Blätter im Sonnenlicht die natürlichere Anregung sind als Schwarz-Weiß-Bilder an unseren Wänden. Da bewegt sich etwas. Das macht Geräusche. Den Wind kann man spüren. Es verändert sich. Ein Spaziergang im Blätterwald ist gleichzeitig beruhigend und spannend.

water-872137_640Wasser: Babys lieben Wasser. Man kann es hin und her schütten, ausschütten, trinken, die Hände eintunken, Geräusche machen und lustige Reaktionen bei den Erwachsenen damit auslösen! Pfützen, das flache Ufer von Seen oder kleinen Bächen gehören auch dazu. Wir können mit unserem Babys dort sitzen oder kleine Selbst-Sitzer auch schon selbstständig dort sitzen und spielen lassen. Matsch- und Regenhose schützen vor Auskühlen, wenn noch nicht Sommer ist.

Zu Wasser gehört auch Regen. Zu einer Kindheit gehört auch dazu, mal im Regen durchnässt zu werden und hinterher wieder ganz warm zu sein. Auch unter einem Regenschirm, Mamas Regenjacke  oder im Zelt ist es ein großartiges Naturerlebnis für die Kleinen, den Tropfen zu lauschen und das Schauspiel da draußen zu beobachten.

watts-388463_640Erde: „Mehr Matsch!“ fordert Andreas Weber in seinem gleichnamigen Buch. Das gilt auch für unsere Babys! Sie lieben Erde, Sand und auch matschigen Boden. Sie sind begeistert vom Unterschied zwischen trockenem Boden – bröselig – und nassem Boden – glitschig. Sie graben in Sand – und ja, sie stecken ihn auch in den Mund. Auf einem Spielplatz mitten in der Stadt kann die Keimbelastung schon mal unsere Toleranz- Grenzen überschreiten. Aber in einem Naturschutzgebiet (keine Hunde!), ist Erde eine saubere Sache. Da dürfen die Babys dann auch schonmal tun, was sie seit Jahrtausenden tun: Ihre Bakterienbandbreite erweitern.

musicians-690591_640Menschen: Unsere Camp-Babys genießen auch uns Erwachsene. Sie sitzen in ihren Tüchern und Tragehilfen und schauen uns zu, wenn wir im Wald Holz sammeln, Kräuter pflücken und abends am Feuer Musik machen. Sie lauschen den Gesprächen, trinken und lernen ganz nebenbei etwas über Bewegung, den Lauf der Sonne und menschliches Miteinander. Sie spüren den Rhythmus des Lebens im Rhythmus des Tageslichts. Ruhe und Bewegung, Gespräch und Schweigen, Kühle und Wärme.

ladybug-354521_640Tiere: Anstelle von Plüschtieren, Zoobesuchen oder Bilderbüchern bietet der Wald die Möglichkeit, echte Tiere entdecken! Keine Giraffen und Rochen, sondern Vögel, Frösche, Insekten – Tiere, die bei uns leben. In nativen Kulturen wurden die Tiere als Lehrer betrachtet. Wir sind mit ihnen verbunden (die kleinen Käfer, Asseln, Ameisen und die Pilzsporen helfen z.B. den Bäumen, die unseren Sauerstoff produzieren). Durch hautnahe Erfahrungen – Käfer streicheln, Würmer ausgraben –  können Babys die Farben, Texturen, Geräusche und Bewegungen der Tiere besser begreifen und anfangen, sie als Teil ihrer Welt wahrzunehmen.

forests-231066_640Gemeinschaft: Kinder kommen auf die Welt mit der Erwartung, in Gemeinschaft zu leben. Neben der menschlichen Gemeinschaft von Gleichgesinnten – die ihr in einem Camp ganz automatisch findet – ist auch die Gemeinschaft der Natur gemeint. Ameisen und Wespen räumen unseren Wald auf. Bienen bestäuben unsere Obstbäume. Das Gefühl von Gemeinschaft wirkt stresslindernd, antidepressiv, motivierend und heilungsfördernd. Die Luft im Wald macht gesund, sie ist u.a. bakterienhemmend (auch für Babylungen!), weil die Bäume bestimmte Stoffe „ausatmen“, die die Luft rein halten. Sie tun das für sich – und für alle anderen, weil nur alle zusammen den Wald gesund erhalten können.

Wo ist „draußen“? Es ist auf eurem Fensterbrett oder Balkon, vor eurer Haustür, in der nächsten Pfütze, am nächsten Busch, im Park, im Wald und in jedem Wildnis- oder Artgerecht-Camp – wir haben noch wenige Plätze frei. Dort zeigen wir euch auch, wie wir Kindern den Wald nahe bringen, so dass sie bald „draußen zu Hause“ sind.

Danke an Bastian Barucker von der Wildnisschule Waldkauz, Arne Winter von der Waldläuferbande und Vanessa van Eyk von Honu – nachhaltiger Leben für die schönen Gespräche zu diesem Thema <3.

7 Dinge, die dein Baby draußen erleben sollte

Baby WaldImmer wieder sagen mir Eltern: „Ja, in den Wald gehen wir dann mal, wenn die Kinder größer sind.“ Aber der Wald, das „Draußen“ ist ein wunderbarer Spiel und Lernort – schon für die ganz Kleinen!

7 Dinge, die dein Baby draußen erleben sollte:

fire-184885_640Feuer: Als einzige Säugetier-Babys sind kleine Menschen von Feuer magisch angezogen. Vor 1,5 Millionen Jahren sollen Menschen angefangen haben, Feuer zu nutzen und seither war es mit all seiner Kraft ein ständiger Begleiter. Babys schauen Feuer fasziniert an. Sobald Kinder Krabbeln oder Laufen können, gehen Sie Schritt für Schritt darauf zu. Wir sehen im Camp immer wieder Babys, die völlig fasziniert ins Feuer schauen oder entspannt in Mamas Arm bei seinem Flackern einschlafen.

(Bitte: Eltern passt gut auf die kleinen Entdecker auf, das Märchen, dass Kinder instinktiv wissen, wie sie mit Feuer umgehen müssen, ist nach meiner Recherche genau das: Ein Märchen. Brandwunden sind eine der häufigsten Verletzungen im Kindesalter bei Naturvölkern. Die Motorik ist einfach noch nicht so ausgereift, dass ein Kind nicht doch mal stolpert oder fällt.)

leaves-108969_640Licht: Schon ganz kleine Babys nehmen Kontraste wahr. Und sie lieben sie. Wenn Sonnenlicht durch Blätter scheint, umgibt uns ein herrlicher Hell-Dunkel-Kontrast, den schon die Allerkleinsten fasziniert beobachten. Auch wenn schwarz-weiß-Kontraste Babys in Studien am meisten anregen, dürfen wir davon ausgehen, dass sich wiegende Blätter im Sonnenlicht die natürlichere Anregung sind als Schwarz-Weiß-Bilder an unseren Wänden. Da bewegt sich etwas. Das macht Geräusche. Den Wind kann man spüren. Es verändert sich. Ein Spaziergang im Blätterwald ist gleichzeitig beruhigend und spannend.

water-872137_640Wasser: Babys lieben Wasser. Man kann es hin und her schütten, ausschütten, trinken, die Hände eintunken, Geräusche machen und lustige Reaktionen bei den Erwachsenen damit auslösen! Pfützen, das flache Ufer von Seen oder kleinen Bächen gehören auch dazu. Wir können mit unserem Babys dort sitzen oder kleine Selbst-Sitzer auch schon selbstständig dort sitzen und spielen lassen. Matsch- und Regenhose schützen vor Auskühlen, wenn noch nicht Sommer ist.

Zu Wasser gehört auch Regen. Zu einer Kindheit gehört auch dazu, mal im Regen durchnässt zu werden und hinterher wieder ganz warm zu sein. Auch unter einem Regenschirm, Mamas Regenjacke  oder im Zelt ist es ein großartiges Naturerlebnis für die Kleinen, den Tropfen zu lauschen und das Schauspiel da draußen zu beobachten.

watts-388463_640Erde: „Mehr Matsch!“ fordert Andreas Weber in seinem gleichnamigen Buch. Das gilt auch für unsere Babys! Sie lieben Erde, Sand und auch matschigen Boden. Sie sind begeistert vom Unterschied zwischen trockenem Boden – bröselig – und nassem Boden – glitschig. Sie graben in Sand – und ja, sie stecken ihn auch in den Mund. Auf einem Spielplatz mitten in der Stadt kann die Keimbelastung schon mal unsere Toleranz- Grenzen überschreiten. Aber in einem Naturschutzgebiet (keine Hunde!), ist Erde eine saubere Sache. Da dürfen die Babys dann auch schonmal tun, was sie seit Jahrtausenden tun: Ihre Bakterienbandbreite erweitern.

musicians-690591_640Menschen: Unsere Camp-Babys genießen auch uns Erwachsene. Sie sitzen in ihren Tüchern und Tragehilfen und schauen uns zu, wenn wir im Wald Holz sammeln, Kräuter pflücken und abends am Feuer Musik machen. Sie lauschen den Gesprächen, trinken und lernen ganz nebenbei etwas über Bewegung, den Lauf der Sonne und menschliches Miteinander. Sie spüren den Rhythmus des Lebens im Rhythmus des Tageslichts. Ruhe und Bewegung, Gespräch und Schweigen, Kühle und Wärme.

ladybug-354521_640Tiere: Anstelle von Plüschtieren, Zoobesuchen oder Bilderbüchern bietet der Wald die Möglichkeit, echte Tiere entdecken! Keine Giraffen und Rochen, sondern Vögel, Frösche, Insekten – Tiere, die bei uns leben. In nativen Kulturen wurden die Tiere als Lehrer betrachtet. Wir sind mit ihnen verbunden (die kleinen Käfer, Asseln, Ameisen und die Pilzsporen helfen z.B. den Bäumen, die unseren Sauerstoff produzieren). Durch hautnahe Erfahrungen – Käfer streicheln, Würmer ausgraben –  können Babys die Farben, Texturen, Geräusche und Bewegungen der Tiere besser begreifen und anfangen, sie als Teil ihrer Welt wahrzunehmen.

forests-231066_640Gemeinschaft: Kinder kommen auf die Welt mit der Erwartung, in Gemeinschaft zu leben. Neben der menschlichen Gemeinschaft von Gleichgesinnten – die ihr in einem Camp ganz automatisch findet – ist auch die Gemeinschaft der Natur gemeint. Ameisen und Wespen räumen unseren Wald auf. Bienen bestäuben unsere Obstbäume. Das Gefühl von Gemeinschaft wirkt stresslindernd, antidepressiv, motivierend und heilungsfördernd. Die Luft im Wald macht gesund, sie ist u.a. bakterienhemmend (auch für Babylungen!), weil die Bäume bestimmte Stoffe „ausatmen“, die die Luft rein halten. Sie tun das für sich – und für alle anderen, weil nur alle zusammen den Wald gesund erhalten können.

Wo ist „draußen“? Es ist auf eurem Fensterbrett oder Balkon, vor eurer Haustür, in der nächsten Pfütze, am nächsten Busch, im Park, im Wald und in jedem Wildnis- oder Artgerecht-Camp – wir haben noch wenige Plätze frei. Dort zeigen wir euch auch, wie wir Kindern den Wald nahe bringen, so dass sie bald „draußen zu Hause“ sind.

Danke an Bastian Barucker von der Wildnisschule Waldkauz, Arne Winter von der Waldläuferbande und Vanessa van Eyk von Honu – nachhaltiger Leben für die schönen Gespräche zu diesem Thema <3.

Seid froh, wenn das Kind schreit! Wie wir mit tobenden Kleinkindern gelassen umgehen können

lonely-428380_640Viele Mütter kommen zu mir in die Beratung und sagen: „Unser zweijähriges/dreijähriges Kind schreit soviel! Früher war alles so entspannt, ich dachte, es gäbe keine Trotzphase, aber jetzt da wir umgezogen sind/ da das Geschwisterchen da ist / da ich mich getrennt habe / da es in die Kita geht, schreit und tobt es sooo viel!!!“

Der Gedanke, den wir im Gespräch hinter dieser Aussage finden, ist oft: Vorher habe ich alles richtig gemacht und das Kind war immer entspannt. Jetzt habe ich etwas falsch gemacht und das Kind schreit. Es stresst mich. Ich verliere den Kontakt zu ihm.

Hat die Mutter/ haben die Eltern etwas falsch gemacht? Grundsätzlich erstmal: Meiner Ansicht nach, schreien Kinder nicht, weil ihre Eltern „schuld“ oder „falsch“ sind. Im Gegenteil. Wenn euer Kind schreit – seid froh! Es zeigt, dass das Kind im Kern gesund ist. Wenn euer Kind in seinem Innersten Kern ein  Problem hätte, würde es schweigend in einer Ecke sitzen, von vorne nach hinten wippen und auf den Boden starren. Solange eure Kinder noch schreien, bocken, wüten und weinen, ist grundsätzlich alles „gut“.

Gut? Ja gut. Mir hat eine Kinderpsychologin einst gesagt: „Ihr Kind schreit, tobt und brüllt, wütet und weint? Wunderbar. Schlimm wird es, wenn die Kinder sich nicht mehr äußern, wenn sie alles in sich hineinfressen, wenn sie ihre Gefühl abkapseln.“

Kinder, die weinen, toben und schreien…

  • zeigen ihre Gefühle
  • fühlen ihre Gefühle
  • haben das Vertrauen, dass Mama und Papa ihre Gefühle sehen dürfen
  • haben das Vertrauen, dass sie aufgefangen werden
  • haben das Vertrauen, dass sie sein dürfen
  • „kämpfen“ um ihr Wohlbefinden, indem sie äußern, dass etwas nicht stimmt

Das heißt nicht, dass wir in Freude ausbrechen, wenn sie toben. Diese Situationen sind anstrengend und stressig. Aber sie sind der Weg unserer Kinder zu sagen, dass sie etwas von uns brauchen. Allein das zu sehen, hilft oft schon sehr viel weiter.

Das Kind will uns nicht ärgern, keine Grenzen testen und niemanden tyrannisieren – es versucht nur zu sagen „für mich stimmt hier etwas nicht“.  Vielleicht braucht es mehr Schlaf, vielleicht regelmäßigeres Essen, vielleicht weniger iPad oder mehr Mama, mehr Klarheit oder weniger Regeln, mehr Papa oder eine Erklärung, warum Opa nicht mehr da ist … – was es genau ist, das wissen die Eltern am besten oder finden es in der Beratung mit mir oder den Coaches heraus.

Wichtig ist grundsätzlich aber: Wenn das Kind schreit, ist es kein Zeichen elterlichen Versagens. Sondern ein Forschungsauftrag.
Schaut von außen drauf. Fragt euch:

  • was hat sich verändert? seit wann ist das so? in welchen Situationen ist das so?
  • was „fordert“ das Kind ein?
  • sind wir wirklich da? Haben wir gerade die Kraft?
  • was hilft meinem Kind?
  • was könnte es brauchen? (oft verlangen wir schon von Dreijährigen einfach mehr Kooperation und Belastungsfähigkeit als sie leisten können, weil besonders AP-Kinder einfach oft schon so „groß“ wirken, aber sie sind doch erst drei)
  • was ist wunderbar an meinem Kind? Was ist wunderbar an mir?
  • wie geht es mir – was brauche ich, um damit umgehen zu können?
  • wer könnte mir helfen, mich unterstützen, mir ein Ohr leihen?

Wenn ihr diese Fragen stellt, findet ihr eure Antworten. Und dann geht los und verändert die Welt. Bis zum nächsten Mal –  und das kommt bestimmt. Und dann müssen wir wieder fragen. So wachsen wir gemeinsam und das Rad dreht sich weiter.  <3 Nicola

Hättet ihr es gewusst? Warum wir stillen – und keine Eier legen.

 

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Stillen ist wahnsinnig gesund. Aber wisst ihr eigentlich, warum? Und warum wir stillen? Ich habe mich fürs Artgerecht-Babybuch mal schlau gemacht:

„Es war wahrscheinlich ein sehr unscheinbares kleines Tierchen, dass da im Mesozoikum plötzlich auf eine bahnbrechend neue Idee kam, die keine der eierlegenden Echsen vor ihm gehabt hatte: Es wärmte seine Eier mit der Unterseite seines Bauches und sonderte von dort ein Sekret ab, das die Eier mit einer schützenden Schicht überzog. Sie schützte die Nachkommen gegen Bakterien und andere schädliche Mikroorganismen.“ (Artgerecht-Babybuch, S. 82).

Da war sie, die erste Stillbeziehung! So erklärt sich vieles, was Muttermilch so einzigartig macht. Sie war nämlich wahrscheinlich erst ein Schutz gegen Pilze und Bakterien und dann erst „Futter“ :).

Die Idee mit der Milch verschaffte den kleinen Babys einen Vorteil, sie wuchsen vielleicht schneller oder wurden größer, waren weniger anfällig für Krankheiten oder bekamen mehr Nachwuchs. Was immer der Grund war – als die Dinosaurier sich verabschiedet hatten, brach die Ära der Säugetiere an. Heute, gut 65 Millionen Jahre später, haben sich die Säuger über den ganzen Erdball verbreitet – wir Menschen gehören dazu!

Besonders ans Herz gewachsen ist mir ein Zitat von Sarah Bluffer Hrdy:

»Säugetiermütter waren Alchimisten, die vorhandenes Futter in biologisches Gold verwandeln konnten, und zwar in eine sehr gut verdauliche Nahrungs- und Antibiotikamischung, die kräftigt und schützt.« (Sarah Bluffer Hrdy: Mutter Natur, Berliner Taschenbuch Verlag, 2002, S. 156)

Ihr wunderbaren Frauen, die ihr Toast, Eier, Nüsse und Blätter in „biologisches Gold“ verwandeln könnt – ich wünsche euch eine wunderbare Stillzeit!

Wenn man diese Geschichte kennt, wird klar, warum Muttermilch so wichtig ist: Sie enthält Tausende von Stoffen, ist nahrhaft, direkt auf das jeweilige Baby, seine Bedürfnisse, seinen Hunger und seinen Trinkrhythmus abgestimmt, immer dabei und ein wahrer Immunbooster. Yeah! Die Urechsen wären stolz auf uns ;).

Montags-Mantra: Was hast Du heute gut gemacht?

fountain-pen-447576_1920Heute möchte ich euch ein Montags-Mantra -Gastbeitrag von der wunderbaren Julia Dibbern schenken. Es ist ein Spiel, das wir jeden Morgen spielen: Wir rufen einander morgens um acht an und fragen: „Was hast Du heute gut gemacht?“ Das macht einfach jeden Tag ein bisschen besser!

Julia zeigt im Montags-Mantra, wie ihr es noch intensiver machen könnt:

Was hast du heute gut gemacht? Teil I

Hand aufs Herz: Kannst du dir selbst zugestehen, Sachen richtig gut gemacht zu haben? Einfach so? Ohne „Naja, das hätte ja jeder gekonnt“ oder „Ich hätte aber an dieser Ecke dieses letzte bisschen noch besser hinkriegen müssen“ oder „Dafür hab ich aber die Blumen nicht gegossen“?

Wenn du Lust dazu hast, mach dir mal einen Spaß draus, diese Woche jeden Abend 5 Dinge aufzuschreiben, die dir gut gelungen sind.

  1. Ich habe heute nach dem Kindergarten nicht gedrängelt, dass wir nach Hause gehen müssen.
  2. Ich habe es einfach genossen, mit meinem Kind auf dem Sofa rumzuliegen, ohne Hummeln unterm Hintern zu kriegen.
  3. Ich bin ruhig geblieben, als die Kinder sich gestritten haben.
  4. Ich hab authentisch gebrüllt, bin aber fair geblieben dabei – YEAH!

Du verstehst, was ich meine. Vielleicht sind deine fünf Punkte Sachen, die dir schwer fallen und du bist besonders stolz darauf, wenn sie dir gelingen. Vielleicht fallen sie dir aber auch ganz leicht, dafür siehst du an deiner besten Freundin, wie schwer sie sein können. Nur weil dir etwas leicht fällt, bedeutet das nicht, dass du es deswegen nicht gut gemacht hast. :) <3

jd

Lust auf noch mehr Montags-Mantras? Jede Woche eines im Artgerecht-Familien-Kalender lesen:41pCCF0faPL._SX425_51qTZxyEgcL._SX425_